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Eine Maschine, die Emotionen hört

Eine Maschine, die Emotionen hört

Algorithmen können lernen, Emotionen in der menschlichen Stimme zu erkennen. Ausserhalb des Labors müssen sie sich noch bewähren. Von Sophie Gaitzsch

(Aus "Horizonte" Nr. 113 Juni 2017)​​​

​Wenn wir bei unserer Bank oder Versicherung anrufen, antwortet häufig eine automatische Stimme. Während langer Minuten bittet sie uns, aus mehreren Möglichkeiten auszuwählen, die nicht immer auf uns zuzutreffen scheinen. Wir seufzen, murmeln ein paar Beleidigungen, regen uns über das System auf. Und siehe da, gerade bevor unser Geduldsfaden reisst, nimmt ein Mensch ab. Zufall? Nicht unbedingt: Programme, die auf künstlicher Intelligenz beruhen, sind heute in der Lage, Gefühle zu erkennen. Unternehmen können dies für ihre Dienste nutzen.

Sascha Frühholz, Professor für Psychologie an der Universität Zürich, ist spezialisiert auf Neurowissenschaften und arbeitet an der automatischen Erkennung von Emotionen in der Stimme. "Algorithmen werden immer effizienter, vor allem wenn es darum geht, sechs Grundemotionen zu identifizieren: Wut, Angst, Freude, Ekel, Traurigkeit und Überraschung." Anspruchsvoller ist es für Computer, Scham oder Stolz zu erkennen – das gilt übrigens auch für Menschen. (...)

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Gastkommentar – Sascha Frühholz zum Insektenessen aus psychologischer Sicht

Ostschweiz am Sonntag

Für den Ekel können wir nichts

Menschen können sich vor sehr vielen Dingen ekeln. Am meisten tun sie das bei schlechtem Essen und bei schlechten Gerüchen. Letztere dringen ohne Umwege, sozusagen unverarbeitet und «roh», in die Bereiche des Gehirns ein, welche den menschlichen Emotionen zugrunde liegen. Der Ekel ist damit unvermeidbar, und wir rümpfen die Nase. Das hat seinen guten Grund, denn die Natur scheint uns darauf vorbereitet zu haben, Lebensmittel und Gerüche zu vermeiden, die schlecht für uns sind, weil sie teilweise extreme Übelkeit auslösen. (...)

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Forum Rottweil; „brain meets music“ no 3

Stuttgart
v.l.n.r.: Max Lässer, Hans-Peter Willi, Dr. Reinhart Schugg, Prof. Sascha Frühholz, Markus Flückiger, Töbi Tobler, Pirmin Huber

1988 gründete Dr. Reinhart Schugg in Rottweil die Fortbildungsinitiative Forum Rottweil. Bei der dritten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „brain meets music“ am 14. Oktober stand die Schweiz im Mittelpunkt. Zuerst referierte Prof. Sascha Frühholz vom Institut für Psychologie der Uni Zürich über die menschliche Stimme als Kommunikationsmittel und wie nicht-sprachliche soziale Signale durch den Klang der Stimme transportiert werden. Er zeigte auch die Bedeutung der Dialekte in der Schweiz auf und wie sich diese manifestieren. Im zweiten Teil der Veranstaltung spielte Max Lässer (Preisträger Prix Walo 2016 in der Kategorie Jazz/Blues/Weltmusik) mit dem „kleinen“ Überlandorchester traditionelle Melodien und Harmonien aus dem Alpenraum, kombiniert mit Einflüssen aus Blues, Folk, Rock und Jazz.

Quelle